Die Kollegen von HR2 produzieren ein wochentägliches Stück Hörfunk, dass in der deutschen Radiolandschaft formal wie inhaltlich einzigartig ist, Maßstäbe setzt ohne avantgardistisch sein zu wollen und dadurch geeignet ist, den meisten mir bekannten Radiomachern die Schamesröte in Gesicht zu treiben.

Der Tag fällt glücklicherweise auch als Podcast auf jede beliebige Festplatte und beschäftigt sich heute mit dem unanständigen Wirken der grossen Koalition in Zeiten der Merkbefreitenbetäubung mittels Fußball und Deppenfähnchen.
... hinter der Debatte um die Gesundheitsreform, Hartz IV, Familiensplitting und Studiengebühren steckt die Aufkündigung des Solidarprinzips. Doch keiner merkt es, denn zur Zeit wird Fußball gespielt und die Große Koalition macht, was sie will. [link] (mp3, 11,3MB)
Bitte weitersagen. Vielleicht merken die Doofen ja doch mal, was sie da gewählt haben. Die Erkenntnis kommt dann zwar wieder nicht rechtzeitig, aber noch habe ich Hoffnung, dass Krethi und Plethi irgendwann mal nicht mehr so schnell vergessen wie in den letzten 50 Jahren. Und reparabel ist alles. Denn nichts ist derart gottgegeben wie die hagere Hundefriseuse in ihren Fernsehsendungen immerwieder mal versucht, durch asoziale Mandatsträger behaupten zu lassen.
hoergen - 22. Jun, 18:17

Ja schon...

Aber die Qualität des Podcasts ist grauenhaft. Es ist so hochfrequentes Scheppern drinne, von dem ich Kopfschmerzen bekomme. Ich werde da noch ein bisschen am Equalizer rumschrauben, vielleicht kann ich die Sendung dann ohne Blutgerinnungsmittel geniessen.

remark - 22. Jun, 20:33

danke für den link. der podcast hat spaß gemacht - obwohl es um politik ging. zurück bleibt ein angenehmes gefühl, ansatzweise informiert worden zu sein - und ein entsprechend schaler nachgeschmack zur regierung, weil hier darüber berichtet wurde, was weniger politische menschen zu denen ich mich zähle, sonst nur ahnen.

holgi - 23. Jun, 12:19

Diejenigen, die sich als weniger politisch oder als unpolitisch bezeichnen, sind gleichzeitig auch die, durch deren Gleichgültigkeit, Feigheit oder Dummheit einige wenige erst in die Lage versetzt werden, Zustände herbeizuführen, unter denen die Mehrheit dann zu leiden hat. Hinterher will die schweigende Mehrheit mit allem was passiert ist, nichts zu tun gehabt haben. Die eindruckvollsten Beispiele hierfür finden sich in der deutschen Vergangenheit und leider auch in der Gegenwart. Ganz besonders in Teilen des Beitrittsgebietes.
remark - 23. Jun, 18:31

mit dieser einschätzung magst du sicherlich auch einen gutteil erwischt haben - aber das ging mir in der form zu schnell, zu pauschal - zumal ich deiner wortwahl wegen das gefühl habe, damit auch angesprochen zu werden. weniger erfreut, logischerweise.

über dummheit oder feigheit in bezug auf bevölkerung zu reden ist sicherlich müssig. keines von beiden lässt sich dauerhaft vermeiden.

gleichgültigkeit hingegen kann meiner ansicht nach ein resultat verschiedenster umstände sein - von mir aus auch dummheit, aber mit sicherheit auch verdrossenheit [war ja klar, dass dieser begriff auftauchen würde] oder mutlosigkeit. zustände also, die resignation beinhalten. in bezug auf die politik der vergangenen jahre - von heute an - denke ich, dass sie alle mal getaugt hat, resignation zu erzeugen.
vor zehn jahren habe ich noch gedacht, dass nachbarstaaten wie die niederlande oder skandinavien im allgemeinen so einiges richtig machen und das es in deutschland vielleicht nur zehn jahre guter politik bedürfte, eine ähnliche perspektive zu schaffen.
mittlerweile glaube ich, müssten es schon gute dreissig jahre sein, dieses system von lobbies, von gänzlich unsozialen interessen und den allseits gepredigten globasierungsdruck aufzubrechen.
ich halte es für klar, dass es keine vollbeschäftigung mehr geben kann, auch klar, dass der wohlfahrtstaat ein nicht mehr zeitgemäßes modell ist. dennoch überrascht mich die geschwindigkeit, mit der sich verschlechterungen für die lebensituation gerade der personen mit geringeren einkommen einstellen. und alle wahlen, alle proteste scheinen ins leere zu gehen - und dann liest man auch noch, dass der enorme rückgang der arbeitslosenzahlen offenbar ein softwarefehler gewesen sein könnte..
ich bin nicht unpolitisch. ich bin es leid und wütend und fühle mich in bezug auf diese großen themen hilflos - dennoch läge mir nichts ferner als abends an irgendeinem stammtisch darüber zu meckern. mir geht es objektiv betrachtet noch nicht einmal schlecht, bei weitem nicht - aber nach 12, 16 oder 18 stunden arbeit [was mit medien etc.] möchte ich mich nicht auch noch darüber aufregen, dass wegen [u.a.] einem unglaublichen missmanagement der gesetzlichen kassen das gesundheitsystem kolabiert. oder dass die allianz trotz rekordgewinnen entlässt, oder das vodafone rote zahlen ausweist [HA] oder die wichser von der deutschen bank 4 von 7 unternehmenszweigen ins selbstverständlich günstigere ausland verlegen und damit drohen weitere verlegungen vorzunehmen und dabei auch noch den namen mit diesem land teilen.

ich nehm das dann mal so hin und wenn sich die gelegenheit bietet, trete ich herrn a. auch gerne gegens schienbein.. sofern man mir straffreiheit gewährte. wird wohl nicht passieren und morgen, ja morgen hab ich zwei weitere abgaben, der kaffee ist bald alle, ich muss einkaufen und meine dreijährige tochter kommt am wochenende. jemand hat ihr kinderfahrrad aus dem treppenhaus geklaut.

vor den beitrittsgebieten habe ich immer noch ein bisschen angst, die doofen sehen nämlich immer meine asiatischen wurzeln. zum nazi werd ich also kaum.
zum abonenten des spiegels aber auch nicht.

holgi - 23. Jun, 19:50

Hui. :-) Volle Zustimmung. Und: ja, ich habe dich mit ins Boot verallgemeinert, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die meisten Menschen sich sonst gar nicht bewegen. Bitte verzeih.

Ich halte Verdrossenheit alledings auch nur für eine Ausrede. Es ist sicher nicht leicht, mit der Erkenntnis klarzukommen, dass Politik ein sehr langsames Geschäft ist. Wenn ich aber aufhöre, mich zu bewegen, überlasse ich das Feld genau denen, die ich nicht haben will. Das ist wie mit dem Nichtwählen. Und selbst nach 16, 18 Stunden kann man noch was bewegen.
Und wenn es eine simple Gewerkschaftsmitgliedschaft zum Mindestbeitrag ist, um zu zeigen, dass man nicht mit dem einverstanden ist, was diejenigen tun, die von Gewerkschaften verschieden sind. Ich bin zum Beispiel hauptsächlich deshalb Ver.Di-Mitglied, weil die Alternative Westerwelle, Merkel, Clement und Co. heisst, nicht weil ich den vorhandenen Kündigungsschutz für eine gute Idee halte. Und sobald die Totengräber des sozialen Friedens und der Solidarität weg sind, werde ich versuchen, meiner Gewerkschaft den lahmen, arroganten Arsch aufzureissen, damit nicht weiterhin die Faulen und Unfähigen auf kündigungsgeschützen Posten in allen möglichen Unternehmen sitzen können, auf denen sie Schaden anrichten, also Geld kosten.

Eins nach dem anderen. Kleine Schritte machen und dabei nicht das Ziel aus den Augen verlieren. Die Grünen haben auch ein Vierteljahrhundert gebraucht, bis sie überflüssig geworden sind. Im Zweifelsfall dauert der Anstand eben so lange. Was ich aber nicht dulden kann, ist es nicht wenigstens versucht zu haben.

(das alte) STACKENBLOCHEN

where contestants have to arrange items on a dresser at right angles (that passes for "fun" in germany)

oder da...

kürzlich...

das is lustig
das is lustig
LoC.kArPa - 30. Mrz, 02:19
Kanon!
GEIL! In mehreren Tabs das Filmchen parallel starten. .oO(Ich...
sig77 - 28. Aug, 13:33
Ich bin umgezogen.
Ich bin umgezogen.
holgi - 9. Aug, 08:47
die bude war in sülz,...
die bude war in sülz, so ein eckladen mit dem...
Riemer - 8. Aug, 17:31
Sowas ist Kult und gut.
Sowas ist Kult und gut.
Wortspiel - 8. Aug, 16:44
Richtige Frage - trotzdem...
Richtige Frage - trotzdem falsche Antwort.
Wortspiel - 8. Aug, 16:43
Ich ziehe um. Und nehme...
Ich ziehe um. Und nehme einen Beitrag mit.
holgi - 8. Aug, 16:29

davor...

Juni 2006
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 

such!

 

ich danke den mitgliedern der akademie und

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB


Anderswo
Anständiges
batzen
Bewegtbildersammlung
damals
Das jüngste Gerücht
Dialoge an der Stanze
Dialoge des Grauens
ernst
Fremdmedien
gekauftes
gerede
Gymnasiastenrevolution
hoeren
Kiffergenesungswerk
lesen
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren